Begriffsdefinition:
Hinter dem Begriff "Scherenbühne" verbirgt sich ein Arbeitsgerät, welches von vielen Baustellen nicht mehr wegzudenken ist.
Die Einsatzbereiche sind manigfaltig. Man unterscheidet zunächst nach dem Einsatzzweck. Wo benötige ich solch eine
Hubarbeitsbühne? ...Im Innenbereich oder im Aussenbereich?
Im Innenbereich werden überwiegend Elektroscheren eingesetzt.
Diese nennt man auch "Indoor-Scheren, Scherenbühnen für den Inneneinsatz, Scheren-Steiger, Hubschere,
Scherenarbeitsbühnen oder Industriescheren". Hier liegt der Vorteil in einer emissionsfreien Arbeitsweise. Innenräume werden
somit nicht durch Abgase und Luftverunreinigungen belastet. Ein weiterer Vorteil dieser Bühnen ist der, dass diese Geräte
kompakt gebaut sind und somit sehr wendig sind. Ideal für beengte Verhältnisse in Produktionshallen, Lagerhallen oder
Industriebetrieben.
Industrie-Scherenbühnen verfügen meist über Glatt-Profilreifen oder Reifen mit einer geringen Profilierung.
Hier unterscheidet man in aller Regel noch weiße Reifen (nicht markierend) für empfindliche Fahrbahnuntergründe oder Böden
und schwarze Reifen (unter Umständen markierend) für unempfindliche Untergründe. Für Einsätze im Innenbereich wie Hallen,
Industriebetriebe, Messen oder dort, wo ein absolut glatter und ebener Untergrund vorhanden ist, bestens geeignet.
Nachteil dieser Arbeitsbühnen ist aber ihr eingeschränkter Einsatzbereich. Durch einzelne Elektromotoren als Radantriebe
sind diese Hubarbeitsbühnen vom Antrieb her nur in der Lage, geringe Steigungen zu bewältigen. Ein Elektroantrieb ist in der
Regel nicht so leistungsstark wie ein Antrieb durch einen Diesel-Verbrennungsmotor in Geländebühnen. Eine weitere
Einschränkung liegt bei den Indoor-Geräten in einer sehr niedrigen Bodenfreiheit. Diese Arbeitsbühnen sind konstruktiv so
gebaut, dass der Schwerpunkt sehr niedrig liegt. Hohe Bühnentragkräfte und/oder schmale Gerätebreiten machen dieses
erforderlich. Vorgenannte Eigenschaften dienen also nicht dazu, mit diesen Arbeitsbühnen Geländeeinsätze, Einsätze auf nicht befestigtem Untergrund, oder Einsätze, wo Stufen, Treppen oder sonstige Hindernisse überwunden werden müssen, zu planen.
Hierzu bedient man sich Hub-Arbeitsbühnen, die konstruktiv für den Ausseneinsatz gebaut und auch zugelassen sind.
Diese nennt man dann auch "Outdoor-Scherenbühnen, Diesel-Scheren, Allradscheren, Geländescheren oder
Scherenarbeitsbühnen für den Aussenbereich". Die meistverbreitete Antriebsart bei dieser Bühnenkategorie ist ein
Verbrennungsmotor, meist dieselangetrieben, vereinzelt aber auch als Gasantrieb lieferbar.
Diese Scherenbühnen verfügen über einen kraftvollen Antrieb, der selbst härtesten Geländeeinsätzen trotzt. Im Bereich
der Aussen- oder Geländebühnen findet man auch sehr häufig Spezifikationen, die im täglichen Arbeitseinsatz sehr nützlich
sind. Hierzu zählen Attribute wie Allradantrieb, Differentialsperre oder Allradlenkung. Der Allradantrieb sorgt gegenüber
dem konventionellen Zweiradantrieb auch in schwierigstem Gelände dafür, dass die Arbeitsbühne ihren gewünschten Einsatzort
erreicht. In Verbindung mit einer Differentialsperre wird erreicht, dass selbst bei kritischen Fahrmanöver, bei denen aufgrund der
Geländebegebenheit einzelne Räder den notwendigen Bodenkontakt verlieren, die verbleibenden Räder mit Bodenkontakt
gleichmäßig weiterdrehen und somit der entsprechende Vortrieb gewährleistet ist. Ein "durchdrehen" der Räder und somit ein
"festfahren" der Arbeitsbühne wird somit verhindert.
Eine weitere, unter Umständen sehr nützliche Eigenschaft liegt in dem Vorhandensein einer Allradlenkung. Aufgrund der
Tatsache das man die einzelnen Achsen separat lenken kann, kommt man mit diesem Typ Hubarbeitsbühne auch in
Bereiche, die sonst nicht oder nur sehr schwer zu erreichen sind. Schmale Fahrwege mit engen Kurven oder Fahrwege entlang
von Mauern oder Rändern können somit problemlos gemeistert werden.
Unter dem Hintergrund, dass Geländebühnen in aller Regel gößer hinsichtlich Länge und Breite gebaut werden, ein wichtiger
Aspekt.
Ein weiterer Unterschied zu vorgenannten Hubarbeitsbühnen, die vorwiegend im Innen- oder Industriebereich eingesetzt werden,
liegt in dem Vorhandensein einer hydraulischen Abstützung. Hier, allen voran bei schmalen Geländebühnen, findet man
eine hydr Abstützung. Diese kann eventuell vorhandene Unebenheiten oder Schräglagen ausgleichen.
Die großen Scherenbühnen für den Ausseneinsatz gleichen zum Teil Unebenheiten aufgrund ihrer relativ großen Standfläche
aus und benötigen somit keine Abstützung. Auch ist bei solchen Geräten meistens eine größere Toleranz hinsichtlich der
Aufstellgenauigkeit zulässig.
Während Indoor-Geräte über einen Neigungsmesser verfügen, der bei Schräglagen von 3° oder mehr die Funktion "Heben"
abschaltet, gestatten diese Geräte meistens eine zulässige Schräglage von max. 5°.
Geländebühnen oder Allrad-Arbeitsbühnen finden ihre häufigsten Einsätze beim Hallenbau, Stahlbau, Maler - und
Lackierarbeiten, bei Arbeiten im Bereich Hochbau, Fassadenbau, bei der Montage von Toren oder Fenster oder bei Verkleidungsarbeiten an Fassaden etc. Meistens verfügen diese Arbeitsbühnen auch über eine höhere Tragkraft auf der
Plattform oder im Arbeitskorb. Diese Plattformen oder Arbeitskörbe sind in der Regel auch größer wie bei Hubbühnen für
Inneneinsätze.
Was ist unter den Begriffen "Arbeitshöhe" und "Plattformhöhe" zu verstehen...?
Unter Plattformhöhe versteht man die Höhe, die man bei maximal ausgefahrener Bühne vom Korb - oder Plattformboden bis auf
die Abstellfläche der Arbeitsbühne mißt.
Nimmt man also ein senkrechtes Lot und befestigt dieses am Korbboden der Arbeitsbühne, fährt sodann die Arbeitsbühne in
maximale Hubposition, so erhält man das Maß, welches als "Plattformhöhe" bezeichnet wird.
Anders als die Plattformhöhe, spricht man bei der Arbeitshöhe immer von der maximal erreichbaren Höhe, die ein Bediener im
Korb oder auf der Plattform erreichen kann.
Grundsätzlich liegt die Arbeitshöhe immer 1,80 m bis 2 m über der angegebenen Plattformhöhe. Wenn man von einer
durchschnittlichen Größe des Bedieners von 1,70 m ausgeht, einer Armlänge von ca. 30 cm über den Kopf hinaus, entspricht die Differenz in etwa diesen 2 Meter.